Branchen · 4 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 31.10.2024
Ultraschallreinigung in Chemie und Labor
Laborglas, Reaktor- und Mischerteile, Pipetten, Filter und Membranen: Reinigung in der chemischen Industrie und im Labor, mit den Verschmutzungen, die sich entfernen lassen.
Technischer Ratgeber. Die Zahlen stammen aus unseren eigenen Datentabellen; für Ihren Prozess bestätigen wir die Einstellungen mit einem Reinigungsversuch.

Inhalt
- Anwendungen: herkömmliche Reinigung und Ultraschallreinigung im Vergleich
- Laborglas
- Pharmazeutische Herstellung
- Galvanik und Oberflächentechnik
- Misch- und Reaktionsbehälter
- Pipetten und Dispenser
- Filter und Membranen
- Verunreinigungen an Bauteilen in der Chemie: Ursachen, Folgen, Abhilfe
- Mikrobieller Bewuchs
- Partikel
- Chemische Rückstände
- Biologische Stoffe
- Folgen von Verunreinigungen an Bauteilen
- Vorteile industrieller Ultraschallreinigungsanlagen in der chemischen Industrie

Die chemische Industrie setzt zunehmend auf Ultraschalltechnik und verändert damit ihre Reinigungs- und Qualitätssicherungsabläufe. Bei der industriellen Ultraschallreinigung erzeugen hochfrequente Schallwellen mikroskopisch kleine Kavitationsblasen in der Reinigungslösung; beim Zusammenfallen setzen sie starke Reinigungskräfte frei. Diese Kräfte lösen Verunreinigungen von Bauteilen und Apparaten, sodass diese strenge Branchenanforderungen erfüllen.
In der chemischen Industrie ist Ultraschalltechnik unverzichtbar geworden, um kritische Apparate wie Reaktoren, Rohrleitungen und Laborglas sauber und funktionsfähig zu halten. Sie trägt zu Produktqualität und Sicherheit bei, weil sie das Risiko von Kreuzkontamination senkt und die Abläufe effizienter macht.
Die Technik lässt sich zudem auf ganz unterschiedliche Stoffe abstimmen, von korrosiven Säuren bis zu empfindlichen pharmazeutischen Wirkstoffen, und eignet sich damit für viele Anwendungen. Während sich die Chemiebranche weiterentwickelt, bleibt die industrielle Ultraschallreinigung ein wichtiger Hebel für Effizienz, Produktqualität und die Einhaltung von Vorschriften.
Anwendungen: herkömmliche Reinigung und Ultraschallreinigung im Vergleich

Laborglas
Herkömmliche Reinigung: Scheuern von Hand und Spülen mit Reinigungsmittel und Bürste.
Ultraschallreinigung: Hochfrequente Schallwellen erzeugen Kavitationsblasen, die Verunreinigungen gründlich von Glasoberflächen lösen und eine hohe, gleichmäßige Sauberkeit ergeben.

Pharmazeutische Herstellung
In der Pharmaproduktion beruht die herkömmliche Reinigung meist auf manuellen oder automatisierten Verfahren, die Anlagen und Bauteile mit chemischen Reinigern und mechanischem Scheuern säubern.
Bei der Ultraschallreinigung erzeugen hochfrequente Schallwellen in der Reinigungslösung mikroskopisch kleine Kavitationsblasen. Sie entfernen Verunreinigungen wirksam und gründlich von kritischen Anlagenteilen, Vials und anderen Bauteilen, mit sehr wenig mechanischem Kontakt.

Galvanik und Oberflächentechnik
Herkömmliche Reinigung: Chemische Bäder oder abrasive Verfahren entfernen Verunreinigungen von Hand vom Grundwerkstoff.
Ultraschallreinigung: Hochfrequente Schallwellen erzeugen Kavitationsblasen in der Reinigungslösung und entfernen Verunreinigungen wirksam und gründlich auch von verwinkelten und empfindlichen Teilen.

Misch- und Reaktionsbehälter
Herkömmliche Reinigung: Scheuern von Hand und Lösemittel, um Rückstände aus Misch- und Reaktionsbehältern zu entfernen.
Ultraschallreinigung: Hochfrequente Schallwellen in einer Reinigungslösung entfernen Verunreinigungen aus Misch- und Reaktionsbehältern effizient und gründlich.

Pipetten und Dispenser
Herkömmliche Reinigung: Scheuern von Hand mit Bürsten und chemischen Lösungen.
Ultraschallreinigung: Die Teile liegen im Ultraschallbad in einem passenden Spezialreiniger und werden gründlich und effizient sauber.

Filter und Membranen
Filter und Membranen werden herkömmlich von Hand geschrubbt, rückgespült oder in Chemie eingeweicht.
Die Ultraschallreinigung erzeugt dagegen mit hochfrequenten Schallwellen mikroskopisch kleine Kavitationsblasen, die Verunreinigungen wirksam und gründlich von Filteroberflächen lösen.
Verunreinigungen an Bauteilen in der Chemie: Ursachen, Folgen, Abhilfe

Mikrobieller Bewuchs
Mikroorganismen wachsen dort, wo Feuchtigkeit und organische Rückstände bleiben, etwa in stehendem Spülwasser in einem Behälter oder in nicht vollständig entfernten Rückständen. Die Ultraschallreinigung entfernt die Rückstände, von denen sie leben, desinfiziert aber nicht: Wo der Prozess es verlangt, binden Sie nach der Reinigung eine eigene Desinfektionsphase mit geeigneten antimikrobiellen Mitteln oder Desinfektionsmitteln ein.

Partikel
Bei Herstellung oder Handhabung können Staub, Fasern und andere Partikel in Bauteile gelangen. Vor der Ultraschallreinigung sollten die Bauteile sorgfältig vorgereinigt werden, damit möglichst wenig lose Partikel anhaften.

Chemische Rückstände
Bauteile können Rückstände von Reinigern, Lösemitteln oder aus der Fertigung tragen. Mit gründlichem Spülen und einer Kontrolle nach der Reinigung lassen sich diese Rückstände zuverlässig entfernen.

Biologische Stoffe
Proteine, Fette, Stärke und andere organische Rückstände haften an Teilen mit Lebensmittelkontakt wie Düsen, Abfüllventilen und Formen sowie an Laborteilen wie Probenhaltern, Armaturen und Fermentationszubehör. Ein auf den Rückstand abgestimmter alkalischer oder enzymatischer Reiniger löst sie mit Ultraschall von Oberflächen, aus Gewinden und Spalten. Reinigen ist kein Desinfizieren: Wo der Prozess es verlangt, ist die Desinfektion ein eigener Schritt nach Reinigung und Spülen.
Folgen von Verunreinigungen an Bauteilen
- Produktverunreinigung: Mikrobieller Bewuchs in einem Behälter oder einer Leitung kann eine Charge verderben oder in die nächste verschleppt werden.
- Eingeschränkte Funktion: Partikel und chemische Rückstände können Filter, Pipetten und Dispenser zusetzen und die Dosiergenauigkeit stören.
- Kreuzkontamination: Rückstände eines vorherigen Produkts oder Reinigers können mit der nächsten Charge reagieren oder sie verunreinigen.
- Anlagenstörungen: Ablagerungen können Ventile, Sensoren und Dispenser stören; der Prozess steht dann still oder liefert Chargen außerhalb der Spezifikation.
Vorteile industrieller Ultraschallreinigungsanlagen in der chemischen Industrie
- Präzisionsreinigung: Ultraschallreiniger entfernen Verunreinigungen auch von verwinkelten, komplexen Bauteilen und liefern zuverlässig eine hohe Sauberkeit.
- Weniger Handarbeit: Die Anlagen automatisieren den Reinigungsablauf, verringern den manuellen Aufwand und sparen Zeit.
- Vielseitigkeit: Die Ultraschallreinigung verträgt viele Werkstoffe und entfernt unterschiedlichste Verschmutzungen, darunter Öle, Fette und Rückstände.
- Höhere Produktivität: Kürzere Reinigungszyklen steigern die Produktivität und verringern Stillstandzeiten.
- Gleichbleibende Ergebnisse: Bei gleicher Zeit, Temperatur und Chemie wird jede Charge gleich gereinigt; das stützt eine gleichbleibende Produktqualität.
- Umweltschutz: Viele Reinigungslösungen für Ultraschall sind umweltverträglich und verringern den Einsatz schädlicher Chemikalien; das unterstützt Nachhaltigkeitsziele.
- Kosteneinsparung: Weniger Arbeitszeit, geringerer Chemikalienverbrauch und weniger Nacharbeit senken die Gesamtkosten.
- Sicherheit und Vorschriften: Ein festgelegter, wiederholbarer Reinigungsschritt lässt sich gegenüber den Sauberkeits- und Sicherheitsanforderungen der Branche leichter dokumentieren.
- Längere Lebensdauer: Die Ultraschallreinigung kann die Lebensdauer wichtiger Bauteile und Anlagen verlängern.
- Technische Weiterentwicklung: Die Ultraschalltechnik entwickelt sich laufend weiter und bringt neue Funktionen und bessere Reinigungsleistung.
Zusammengefasst liefert die chemische Industrie der Ultraschallreinigung die chemischen Lösungen und das Fachwissen, mit denen sich Reinigungsprozesse optimieren lassen. Diese Lösungen ermöglichen Anwendungen in vielen Branchen und tragen zu höherer Produktivität, besserer Produktqualität und zur Einhaltung branchenspezifischer Vorschriften bei.

