Prozess und Parameter · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 25.09.2026
Spülen und Trocknen nach der Ultraschallreinigung
Die Reinigung löst den Schmutz, das Spülen nimmt den Reiniger vom Teil, der Trockner das Spülwasser. Fehlt ein Schritt, bleibt ein Reinigerfilm oder Wasser in jedem Sackloch. Jede Stufe, vom Eimer bis zum DT-Trockner.
Technischer Ratgeber. Die Zahlen stammen aus unseren eigenen Datentabellen; für Ihren Prozess bestätigen wir die Einstellungen mit einem Reinigungsversuch.

Inhalt
Ein Teil, das aus dem Reinigungsbad gehoben wird, ist nass von Reinigungslösung, und in dieser Lösung steckt der Schmutz. Trocknet sie an, hinterlässt sie Rückstände: einen Reinigerschleier, einen Rand aus wieder abgesetztem Öl, Flecken aus gelösten Mineralien. Bei manchen Aufgaben stört das niemanden. Bei allem, was lackiert, beschichtet, geklebt, geschweißt, gemessen oder mit Dichtungen montiert wird, ist der Rückstand ein Fehler. Spülen und Trocknen sind die beiden Stufen, die ihn verhindern.
Spülen
Das Spülen ersetzt den Film aus Reinigungslösung durch einen Film aus sauberem Wasser. Das Prinzip ist Verdünnung: Jedes Spülbad verringert den Rückstand um das Verhältnis von Filmvolumen zu Spülvolumen. Ein Teil, das 5 ml Lösung in 50 Liter Wasser trägt, verlässt das Spülbad mit einem Film, der zehntausendmal schwächer ist. Zwei Spülbäder hintereinander tun das zweimal.
So wird gespült, nach Aufwand geordnet:
- Tauchspülen. Ein Becken mit sauberem, warmem Wasser neben dem Reinigungsbecken. Das Teil kommt für eine Minute hinein, am besten mit etwas Bewegung. Ausreichend für Teile, die weiter bearbeitet oder gehandhabt werden.
- Ultraschallspülen. Dasselbe, mit Ultraschall. Die Kavitation spült den Film aus Sacklöchern und Gewinden, was ein ruhiges Tauchbad nicht schafft. Das zweite Becken einer MT-Mehrtankanlage hat deshalb meist Schwinger.
- Schlussspülen mit VE-Wasser. Leitungswasser hinterlässt beim Trocknen seine Mineralien, die weißen Flecken auf einem schwarzen Teil. Ein letztes Spülbad mit vollentsalztem oder Umkehrosmosewasser, Leitfähigkeit unter etwa 20 µS/cm, hinterlässt nichts. Pflicht vor dem Lackieren, Beschichten und vor der Montage von Optik oder Elektronik.
- Sprühspülen. Eine Handlanze oder eine Sprühstation über dem Becken, für große Teile oder wenn ein Tauchbecken durch Verschleppung zu schnell verschmutzen würde.
Spülwasser wird auf 40 bis 60 °C erwärmt; warmes Wasser läuft schneller ab und braucht weniger Energie zum Trocknen. Ein Korrosionsinhibitor im letzten Spülbad schützt blanken Stahl zwischen der Reinigung und dem nächsten Prozess.
Trocknen
Das Wasser sitzt genau dort, wo vorher der Schall wirkte: in Sacklöchern, Gewinden, Bohrungen und Taschen. Beim Trocknen geht es darum, Luft durch diese Stellen zu bewegen, bei einer Temperatur, die das Wasser verdunstet, ohne das Teil stärker zu erwärmen, als es verträgt.
- Abtropfen und Luft. Korb schräg stellen, warten. Gut für offene Teile in einer warmen Halle; nutzlos bei Sacklöchern.
- Abblasen mit Druckluft. Schnell für wenige Teile, langsam und laut für einen ganzen Korb, und es verteilt das Wasser, statt es zu entfernen.
- Heißluft-Trocknungsbecken. Die DT-Serie: ein Edelstahlbecken in der Größe des Reinigungsbeckens, eine Heizturbine, die Luft mit 30 bis 100 °C durch den Korb umwälzt, und ein rautenförmiger Deckel, der Kondensat nach außen ableitet statt zurück auf die Teile. Die DT-96 passt zum Becken des ST-96 (600 × 400 × 400 mm), die DT-206 zum ST-206 (750 × 550 × 500 mm); so durchläuft ein Korb dieser beiden Größen Reinigen, Spülen und Trocknen, ohne umgepackt zu werden. Ein Korb Stahlteile trocknet bei 80 °C in 5 bis 15 Minuten.
- Vakuumtrocknung. Für tiefe Bohrungen und Teile, die 60 °C nicht überschreiten dürfen. Eine Sonderlösung, die wir je Fall anbieten.
Was Sie festlegen sollten
| Gefordertes Ergebnis | Spülen | Trocknen |
|---|---|---|
| Wird wieder gehandhabt oder bearbeitet | Tauchspülen | Abtropfen |
| Sauber und trocken für die Lagerung | Tauch- oder Ultraschallspülen | Heißluft |
| Vor Lackieren, Pulverbeschichten, Galvanisieren | Ultraschallspülen plus VE-Wasser | Heißluft |
| Vor Kleben, Schweißen, Montage von Optik | Ultraschallspülen plus VE-Wasser | Heißluft, bei Bedarf reinraumgefiltert |
| Blanker Stahl, tagelang gelagert | wie oben plus Inhibitor | Heißluft, sofort |
Bei einer Einzelbeckenlösung ist das Spülbad ein zweites ST-Becken oder ein Spülbecken daneben und der Trockner eine DT gleicher Größe; dazwischen bewegt ein Kran den Korb. In einer MT-Mehrtankanlage sind alle drei Stationen unter einem Transportwagen; den Aufbau beschreibt der Beitrag zu Mehrtankanlagen. Die MT-75 vereint Reinigen, Spülen und Trocknen für Kleinteile in einem Rahmen.
Häufige Fehler
- Weiße Flecken nach dem Trocknen: Mineralien aus dem Leitungswasser. Schlussspülen mit VE-Wasser.
- Schlieren oder ein stumpfer Film: verschleppter Reiniger; das Spülbad ist verbraucht. Wechseln Sie es, und zwar nach einem Plan, der an den Wechsel des Reinigungsbades gekoppelt ist.
- Flugrost auf Stahl innerhalb einer Stunde: nasser Stahl in warmer Luft. Inhibitor ins Spülbad, sofort trocknen, oder beides.
- Wasser in Sacklöchern nach dem Trockner: Die Löcher zeigten im Korb nach oben. Drehen Sie die Teile; siehe Beladung.